Über unsere Furnierholzleuchten

Wie alles begann

In diesem Beitrag zeigen wir dir, mit welchen Materialien und Werkzeugen wir unsere Furnierholzleuchten bauen. Ich heiße Manuel und bin der Gründer von Gofurnit. Aber zuerst einmal erzähle ich euch, wie alles angefangen hat.  

Schon in jungen Jahren habe ich in der Werkstatt meiner Eltern gebastelt. Mein Großvater, heute 90 Jahre alt und gelernter sowie begabter Zimmermann, muss mich schon früh mit der Faszination für Holzarbeiten angesteckt haben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in meiner Kindheit unsere Weihnachtskrippe, aus Baumstämmen gesägte Adventskränze oder Vogelhäuser selber gebaut habe. Unter Anleitung meines Großvaters, der in eigener Konzeption unser Familien-Carport, den Wintergarten, die Terrasse am Teich sowie die Sauna gebaut hat, habe ich früh gelernt mit Werkzeugen umzugehen und mit etwas Geschick und Kreativität Holz in schöne und nützliche Dinge zu verwandeln. 


Obwohl ich zum Medien-Management Studium tendiert habe, beschäftigte ich mich in meiner Freizeit immer wieder mit Holzarbeiten. Vor einigen Jahren sprachen mich immer mehr Freunde darauf an, ob ich Ihnen nicht bei der Einrichtung ihrer Wohnung helfen könnte oder die ein oder andere Treibholzlampe für Sie bauen könnte. Ich muss dazu sagen, ich habe damals sehr viel experimentiert und mit Kreativbeton und Treibholz aus dem Rhein Hängeleuchten gebastelt – just for fun. Kurz und knapp – nach meinem Master in Entrepreneurship und einigen Jahren Berufserfahrung musste ich dann doch feststellen, dass ich beim Designen und Erschaffen von Inneneinrichtungen deutlich glücklicher bin als 8 Stunden pro Tag vor meinem Rechner. Somit habe ich den Entschluss gefasst, mich stärker auf mein Hobby zu konzentrieren. Daraus sind dann im ersten Schritt unsere Furnierholzleuchten entstanden.


Die Materialien

Bevor wir anfangen, uns im Detail mit dem Aufbau und der Zusammensetzung der Furnierholzlampen zu beschäftigen, gebe ich einen kurzen Einblick in die benötigten Materialien. Ich orientiere mich hierbei an den von mir selbst verbauten Materialien unserer ‘Andromeda‘ Leuchten. Dafür benötigen wir folgende Utensilien:

  • Mindestens 12 Meter ausgewähltes Holzfurnier aus z.B. Nussbaum, Eiche, Esche uvm. 

  • Ein Acrylglasrohr von 120cm Außendurchmesser

  • Eine Acrylglasscheibe mit 120 mm Durchmesser und 3mm Stärke

  • Acrylkleber, um die Scheibe mit dem Acrylglasrohr zu verkleben

  • Nieten (Ich benutze eine dafür entwickelte Spreizniete, die ich optisch sehr schön mit mattem Acyrllack veredel)

Nice to know:

Ich benutze ein speziell angefertigtes Starkholzfurnier, welches ein Gewebe zwischen den Streifen verklebt hat. Dieses Gewebe sorgt für eine enorme Stabilität - auch noch nach vielen Jahren. Es reißt weder beim Schneiden noch Bohren ein und garantiert, im Gegensatz zu normalen Furnier, die Langlebigkeit der Leuchten.


Die Wergzeuge

Selbstverständlich braucht man neben der Werkstatt auch das richtige Werkzeug, um die Leuchten zu bauen. 

  • Einen Akkuschrauber

  • Einen 5mm Universalbohrer (Holz geht auch)

  • Eine Lochsäge, um das Loch in die Scheibe zu fräsen

  • Ein Maßband und ein Cutter, um das Furnierholz in die benötigen Streifen zu schneiden

  • Ein paar Klemmzangen

Die Vorbereitungen

Damit beim Aufbau alles nach Plan läuft und keine bösen Überraschungen aufkommen, die einen zwingen wieder von vorne anzufangen, bedarf es natürlich einer sachgemäßen Vorbereitung. Hierzu zählt insbesondere das haargenaue Vermessen des Acrylglasrohrs und anzeichnen der Bohrlöcher, das Planen und Zuschneiden des Furniers um den Verschnitt so gering wie möglich zu halten, das rechtzeitige Besprühen der Nieten mit Grundierung und Lack, sollte dies gewünscht sein und natürlich das Ausfräsen der Scheibe, welche später als Aufhängung der Leuchte dient.

Das Acrylglasrohr

Wir setzen im gleichen Abstand von 24° ein Bohrloch. Da wir später mit 5cm Holzfurnierstreifen arbeiten werden, welche mittig gebohrt sind, muss der Abstand zum oberen und unteren Ende des Rohr jeweils die Hälfte betragen, also 2,5cm.

Nice to know:

Ich persönlich arbeite mit einer Schablone, welche ich um das Plexiglasrohr herum lege und mit Tesa-Film festklebe damit ich ganz genau meine Markierungen für die Bohrlöcher setzen kann. Somit können wir sicher stellen, dass die Bohrlöcher oben und unten parallel verlaufen und nicht versetzt sind. 


Die Acrylglasscheibe

Um das Loch für die Lampenfassung in die Mitte der Scheibe zu bekommen, bietet es sich an, mit einem Lineal einen Kreuzstrich auf der Scheibe anzuzeichnen. Wir verwenden einen Bleistift bzw. lassen die Schutzfolie noch dran, damit du später keine unschönen Stellen auf deiner Leuchte hast. 

Das Furnier

So, nun geht es ans Eingemachte. Wir wollen ja auch der Furnierholzleuchte noch den elementaren Bestandteil geben, damit es den Namen auch verdient. Die Leuchte gehört schließlich furniert ;) 


Hierzu skizzieren wir auf  1mm starken Furnierholz je nach Leuchte 15  bzw. 16 Streifen mit einer Länge von 75cm und einer Breite von 5cm an. Natürlich vergessen wir dabei nicht, ein Lineal oder ein geradliniges Kantholz anzulegen, damit wir die Streifen auch wirklich 100% gerade schneiden.

Nice to know:

Keine Kollektion unserer Holzfurnierleuchten besitzt einen Umleimer, wie man es bei Furnierkanten erhält, die man als Privatperson im Einzelhandel kauft. Beide Seiten sind geschliffen und naturbelassen, um den Charakter des Holzes weiter zu unterstreichen. Zusätzlicher Vorteil ist das schon oben erwähnte verklebte Gewebe, welches vor Brüchen und Rissen beim Verarbeiten und der späteren Nutzung schützt. Nachdem wir das Furnier auf Maß geschnitten haben, geht es nun ans Bohren der Löcher. Hierfür legen wir alle Streifen übereinander und ordnen diese so an, dass kein Streifen mehr überlappt.  

Der Aufbau der Hängeleuchte aus Furnierholz:

Anschließend geht es an den eigentlich spaßigen Teil der Arbeit. Das Zusammenbauen der Leuchte! Nun sind alle Bestandteile griffbereit. Hierzu legen wir einen Streifen mit dem Loch bündig über das Loch im Korpus und befestigen mit der Niete die beiden Elemente. Später wird das andere Ende jedes Streifens leicht versetzt an der gegenüber liegenden Seite des Korpus befestigt. Genauso, das genug Spannung auf der Lampe ist, sodass alle Streifen sich berühren und leicht überlappen. Das gewährleistet die tolle, passive Beleuchtung, wenn später das Licht von innen an das Holz scheint. 


Bildergalerie 

Jetzt haben wir die Lampe fast fertig gestellt, nur muss die Scheibe, die die Leuchte später halten wird, noch am Korpus verklebt werden. Hierzu nutzen wir einen Acrylglas-Spezialkleber an. Diesen tragen wir leicht auf den Rand der Scheibe und dem Korpus auf, lassen es ein paar Minuten antrocknen und verkleben dann die beiden Teile. Danach wird das Unikat am besten für mehrere Stunden mit ein paar Büchern oder ähnlichem beschwert  und nach 24 Stunden ist es dann ausgehärtet. 

Ich hoffe, euch einen guten Einblick in unsere Handwerkskunst geben zu können. In jeder Holzfurnierleuchte steckt ca. 3,5-4 Stunden Zeit und ganz liebevolle Handarbeit. Wir achten darauf, dass jede Leuchte von uns geprüft wird, bevor wir diese verschicken.Selbstverständlich kommen nur die besten Furniere zum Einsatz und wir sortieren solche aus, die dem exklusiven Anspruch nicht gerecht werden.



UNSERE MISSION

Es war schon immer ein Projekt, das in meiner Leidenschaft für Design wurzelt. Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern um die Kreation an sich und darum, bessere Versionen der Produkte zu schaffen, die ich besitzen und verwenden möchte. Diese Einstellung zur Kreativität und Liebe zum Detail hat es uns ermöglicht, auf unkonventionelle Weise erfolgreich zu sein und unseren eigenen Weg zu gehen, während wir zu einer vollständigen Marke herangewachsen sind.

Manuel Döpper

Gründer von Furnit